Die Speisekarte unseres Lebens – verhungern oder satt werden

Schlagwörter

, , , , , , ,

Viele Menschen haben Hunger nach dem „Leben“. Sie haben oft gar keine Vorstellung, welche herrlichen Speisen das Leben bietet oder sie haben nicht gelernt, diese zu genießen. Es kann auch sein, dass sie vor einem vollen Teller sitzen und nicht wagen, den ersten Bissen zu kosten, weil ihnen irgendwann jemand es verboten hat oder gesagt hat, dass die Speisen darauf giftig seien. Sie verhungern sozusagen vor dem vollen Teller gefüllt mit „Leben“ und picken vielleicht nur die Krümel unter dem Tisch auf, die anderen hinuntergefallen sind.

Im ersten Schritt kann es deshalb hilfreich sein, sich wie bei einer „Speisekarte“ zu überlegen, was einem überhaupt schmecken würde. Ist es eher eine deftige Kost oder möglicherweise eine leichte Küche? Jeder Mensch hat da andere Vorlieben. Natürlich kann man nun mit dem Kellner endlos über die Vorzüge oder Nachteile der einzelnen Speisen reden, man kann sich eine Kalorientabelle machen oder sich die Gerichte in verschiedenen Farben vorstellen. In seiner Phantasie kann man sich auch die Düfte vorstellen und hat vielleicht sogar eine Ahnung, wie die einzelnen Gerichte schmecken könnten. Irgendwann sollte man allerdings beginnen, diese auch zu kosten. Erst dann wird man merken, was einem mundet oder was man doch eher wieder vom Menüplan streicht. Häufig gibt es auch Speisen, die im ersten Moment befremdlich wirken, aber im Nachgeschmack eine angenehme Note hinterlassen. Es ist deshalb sinnvoll, sich ausgiebig Zeit für die Verkostung zu nehmen, um nicht voreilig Gerichte vom Speiseplan wieder zu verbannen.

Wenn man das Beispiel auf den „Lebenshunger“ übersetzt, dann ist es anfangs gut, sich klar zu werden, was man gerne haben würde und was man nicht will. Langfristig ist es allerdings nicht zielführend, auf dieser Ebene zu bleiben. Wer sich das gewünschte Leben immer nur im Kopf vorstellt und ständig überlegt, was ihm gut tun würde, aber nichts umsetzt, der „verhungert“ am vollen Tisch. Viel hilfreicher ist es auszuprobieren, was einem schmecken würde. Egal, ob dies eher eine leichte Kost, wie „innere Entspannung, innere Ruhe, inneres Vertrauen oder Gelassenheit“, ist oder eher eine deftige Kost, wie „innere Klarheit, Selbstsicherheit, Energie oder Mut“, ohne davon zu essen, bedeutet weiter an Hunger zu leiden. Auch wenn einmal ein Fehlgriff dabei war, dadurch ist man eine Erfahrung reicher und weiß dann definitiv, was einem nicht schmeckt.

Das Schöne an diesem Beispiel ist, dass uns die oben genannten Speisen immer und überall zur Verfügung stehen, da sie in uns zu Hause sind und wir nicht erst in ein Restaurant gehen müssen, um sie zu entdecken.

Advertisements