Veränderungen gehören zum Leben

So wie wir keine Chance haben, unser Älterwerden aufzuhalten, genau so wenig Möglichkeiten haben wir, Veränderungen zu verhindern. Heute erfahren Sie, wie Sie Veränderungsprozesse erkennen und die richtigen Schritte setzen.

Häufig erlebe ich Menschen, die verzweifelt und beharrlich an alten Mustern und Lebensbildern festhalten, auch wenn schon das gesamte Umfeld und der eigene Körper nach Veränderung schreien.

Meist liegt es daran, dass wir über Generationen angelernte Verhaltensmuster derartig „verinnerlicht“ haben, dass alles in uns versucht, diese zu verteidigen. Scheinbar gibt es aber in jedem Menschen ein inneres Wissen, was wirklich gut und richtig ist. Man nennt dieses Wissen auch Intuition. Aber wie erkennt man diese „innere Stimme“?

Die Kraft der inneren Stimme

Ein unangenehmes inneres Gefühl macht uns darauf aufmerksam, dass etwas in unserem Leben nicht stimmig ist, fehlt oder einfach nicht mehr so läuft wie früher. Ein undefinierbares Unwohlsein schleicht sich ein und die Tage der „Frustration und Unlust“ werden monatlich mehr. Interessen verändern sich und früher oft Wichtiges wird zunehmend als anstrengend und belastend erlebt. Alle diese Zeichen deuten auf eine notwendige Veränderung hin und drängen uns, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Die Psyche verlangt eine Erklärung und dies löst einen Suchprozess aus. Besonders hilfreich ist es dann zu wissen, wo man momentan steht. Folgende 10 Schritte können dabei hilfreich sein:

Wo stehe ich? – Zehn Schritte zum Erfolg!

Sie wollen sich verändern und möchten wissen, auf welcher der zehn Stufen des Veränderungsprozesses Sie sich befinden? James O. Prochaska und sein Team haben herausgefunden, dass es typische Denkprozesse und Verhaltensweisen gibt, die sich den verschiedenen Stufen zuordnen lassen. An ihnen kann man erkennen, an welcher Stelle des Prozesses man steht. Die Entwicklungsschritte eins bis fünf sind kognitiver Art und typisch für die Stufen Bewusstwerden und Vorbereiten: Wenn Sie sich in diesen beschriebenen Denkmustern wieder finden, dann sind Sie offen für Informationen, die Ihr Problemverhalten betreffen. Die Punkte sechs bis zehn beschreiben konkrete Verhaltensweisen, die typischerweise in den höheren Stufen Handeln und Dranbleiben des Veränderungsprozesses auftreten. Befinden Sie sich in diesen Phasen, dann sind andere Menschen und konkrete Strategien eine große Unterstützung.

Am Beispiel eines Menschen, der endlich etwas im Leben verändern und sich vom Laster „Rauchen“ befreien will, lassen sich die zehn Entwicklungsschritte verdeutlichen:

1. Die Aufmerksamkeit erhöht sich: Der Betroffene liest immer häufiger Artikel, die seine belastenden Umstände betreffen.Er redet mit anderen über seinen Wunsch nach Beendigung vom Zigarettenkonsum und steigt vielleicht sogar auf „Light-Zigaretten“ um.

2. Gefühle werden zugelassen: Der Raucher hat einen Film gesehen, in dem einem Patienten ein Lungenflügel entfernt wurde. Die Bilder von der schwarzen Raucherlunge gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf. Aufgeregt berichtet er anderen davon. Die Gefühle, die beim Gedanken an die möglichen negativen Folgen des Problemverhaltens aufkommen, werden zugelassen und auch ausgedrückt.

3. Der Standpunkt anderer wird wahrgenommen: „Du machst uns zu Passivrauchern, und das ist gefährlich“, klagen die Kollegen. Der nun veränderungswillige Raucher widerspricht ihnen nicht. Er weiß, dass Passivrauchen schädlich ist und dass andere von seiner Nikotinsucht betroffen sind.

4. Die Einstellung der Umwelt wird registriert: Es gibt immer mehr rauchfreie Zonen. Die Gesellschaft ächtet das Rauchen mehr als früher und das findet der veränderungswillige Raucher auch in Ordnung. Er wehrt sich nicht dagegen, sondern hofft, dass diese Maßnahmen ihm helfen, von den Zigaretten loszukommen.

5. Das eigene Verhalten wird neu bewertet: „Ich wäre froh, wenn ich selbst und meine Kleidung nicht mehr so nach Zigarettenrauch riechen würden.“ Plötzlich stören den Raucher Dinge, die ihm bislang nicht aufgefallen sind: die verrauchten Kleider, der unangenehme kalte Rauch am Morgen in der Wohnung, die vollen Aschenbecher.

6. Die Umwelt wird kontrolliert: Der Raucher entschließt sich zu handeln und versucht, Situationen und Personen, die eine Veränderung erschweren könnten, unter seine Kontrolle zu bringen. „Ich werfe alle noch vorhandenen Zigaretten weg und verhänge ein striktes Rauchverbot über meine Wohnung.“

7. Hilfreiche Beziehungen werden genutzt: „Immer wenn ich in Versuchung gerate, rufe ich eine Freundin an.“ Sobald der Raucher in „gefährliche“ Situationen gerät, lenkt er sich ab, indem er die Hilfe von Freunden oder Familienmitgliedern in Anspruch nimmt.

8. Gewohnheiten werden abtrainiert: Der Raucher ist daran gewöhnt, dass seine Hände eine Zigarette halten. Nun empfindet er eine Leere, die Hände suchen nervös nach Beschäftigung. Er gibt ihnen einen „Handschmeichler“, einen glatten Stein und versucht, sich daran zu gewöhnen.

9. Selbstlob muss sein: Der Raucher belohnt sich selbst, wenn er (wieder) eine Woche ohne Zigarette durchgehalten hat – zum Beispiel mit einem Kinobesuch oder mit einem guten Essen. Selbstbelohnung wird gezielt eingesetzt, um das neue Verhalten zu stabilisieren.

10. Ein Vertrag mit sich selbst wird abgeschlossen: Der Raucher verspricht sich selbst, nie wieder eine Zigarette anzurühren. Sein Entschluss steht fest. Um ihn zu bekräftigen, informiert er auch andere Menschen davon. Zusätzlich verspricht er sich schriftlich, dass er sich in bestimmter Zeit fürstlich belohnt (schöne Reise, neues Auto, schönes Möbelstück…)!

Fazit: Egal, ob Sie mit dem Rauchen aufhören, Ihren Alkoholkonsum reduzieren oder sonst eine unangenehme Gewohnheit verändern wollen, so oder in ähnlicher Form laufen beinahe immer die Veränderungsschritte ab. Sehr hilfreich ist sich zuzugestehen, dass anfängliches „Scheitern“ komplett normal ist und Ehrenrunden ausdrücklich erlaubt sind. Wichtig ist nur, dass Sie an sich glauben und nicht aufgeben.

Im nächsten Blog erfahren Sie vom Zeittherapeuten, wie Sie mit Hilfe von „kleinen Häppchen“ Schritt für Schritt Ihr Zeitmanagement verbessern können. Dies bringt Ihnen neben Zeitgewinn mehr Erfolg und Wohlbefinden im Geschäfts- und Privatleben.

 

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